7 Schluchtenpfad

7 Schluchtenpfad


1. Der Letzte Weinberg

in Erdesbach war hier am Kranz und nicht wie irrtümlich angenommen am Wingertsberg.
Der sehr betagte Franz Drumm (*1855) musste seinen Wingert im zweiten Weltkrieg aufgeben.
Die geschützte Südlage war ein sehr guter Standort für die dort angepflanzten Reben.
Die Bewaldung kam erst später.


2. Die Kimmelingschlucht

ist die Gemarkungsgrenze zwischen Erdesbach und Ulmet.
Genauer gesagt, die Schlucht mit dem kleinen Wasserfall trennt den Erdesbacher -und Ulmeter Rummelswald.
Nach einer alten Legende mussten die Erdesbacher Ratsmitglieder, zur Begleichung von Trinkschulden, das heutig zu Ulmet gehörende Waldstück an die Gemeinde von Ulmet abtreten.

Leider gibt es dazu keine Literatur.


3. Im Rellergrawe oder auch Kottengrawe

wird im 19. Jahrhundert eine kleine Siedlung für Aussätzige erwähnt.
Menschen mit ansteckenden Krankheiten, denen der Aufenthalt im Dorf nicht mehr erlaubt war, mussten hier in primitiven Karten = Kotten ein erbärmliches Dasein fristen.
Der obere Bereich der Schlucht wird als Wolfsgrawe bezeichnet.
Noch im 17. und 18. Jahrhundert waren Wölfe bei uns keine Seltenheit.


4. Die Kohllochschlucht

nennt sich dieser Geländeeinschnitt. Nach mündlicher Überlieferung sollen hier in einem dünnen Flöz -Steinkohlen abgebaut worden sein. Allerdings ist auch denkbar, dass die Namensgebung „Kohlloch“ auf die Gewinnung von Holzkohlen zurückzuführen ist.

Beide Theorien sind leider nicht belegt.

 

5. Die Bärlauchschlucht

ist eine ab März für unsere Region einmalige Erscheinung.

Irgendwann gelangte der Bärlauchsamen in die Schlucht und fand hier wohl ideale Wachstumsvoraussetzungen.

Das massenhafte Vorkommen der Bärlauchpflanzen in den steilen Schluchthängen lässt einen großen Teil der tiefen Schlucht noch vor dem Blattaustrieb des Waldes ergrünen.

 

6. Der Wingertsbach

und seine kleinen Nebenbäche sind inzwischen zu Rinnsalen geworden.
Mitte des 19. Jahrhunderts speiste das angestaute Wasser das oberschlächtige Mühlrad einer gemeinschaftlichen Kornmühle. Aus Konkurrenzgründen kaufte der Besitzer der Patersbacher Mühle die kleine Mühle auf und ließ sie vollständig niederreißen.
Die heutige Wasserknappheit würde einen Mühlbetrieb unmöglich machen.

 

7. Die Erdesbacher Wasserversorgung

Bis Mitte der 60er Jahre des vorigen Jahrhunderts wurde Erdesbach von insgesamt 4 Brunnen in der Gölschbachschlucht versorgt. Das Wasser wurde in ein 60 Kubikmeter fassendes Reservoir geleitet und vom Pumpenhaus dem Leitungsnetz zugeführt. Der letzte Wassermeister -Ludwig Kunz hatte mit der Instandhaltung des Systems alle Hände voll zu tun. Im Sommer reichte das Wasser ohnehin kaum aus. Die Zeiten änderten sich, WC’s ersetzten die Plumpsklos, die Haushalte wurden mit Bädern ausgestattet und es gab Waschmaschinen. Samstags war Badetag und wer zeitig badete hatte Glück, wer zu spät dran war blieb bis zur nächsten Woche schmutzig. Bis zum Anschluss an den Ohmbachverband musste mit dem Tankwagen die Wassernot gelindert werden.


 

Der 7 Schluchtenwanderweg ist ein anspruchsvoller Rundwanderweg der Sie auf einer 8 km langen Strecke an sieben wunderschönen Schluchten vorbeiführt.
Bergauf, bergab erleben sie eine vorher nicht erwartete, in ihrem Ursprung belassene und unveränderte Landschaft.

Insgesamt sind etwa 310 Höhenmeter zu bewältigen.

Der anspruchsvolle Weg besteht weitgehend aus Naturpfaden, deren Begehung eine gewisse Kondition und vor allem geeignetes Schuhwerk erfordert.

Für die gesamte Wegstrecke sollte man ca. 3,5 Stunden Zeit einplanen.

 

Startpunkt ist die Ortsmitte mit dem Ortsnamen „ Dorfbrigg“       

mit Überquerung der B420 in den Mühlweg Richtung Spielplatz mit angrenzender Glanbrücke, hinter der sich die alte Erdesbacher Mühle mit dem Stauwehr und der 2013 neu erbauten Fischaufstiegsanlage / Fischtreppe befindet. (I)

Vor der Glanbrücke geht es weiter am linken Flussufer bis wieder zur B420 die überquert werden muss Richtung Friedhof und dann bergauf zur „Kimmelingschlucht“ (1).

Oberhalb eines kleinen Wasserfalls wird die Bachseite gewechselt, und dann führt der Weg am ehemaligen letzten Weinberg (II) vorbei durch den „Rummelswald“ zum „Rellergrawe“ (2).

Diesen passiert, geht es auf dem Veldenz Wanderweg steil bergauf und danach links zur „Kohllochschlucht“ (3). Info Landesfosten / Samenkultur  (III).

Nun folgt man einem Forstweg und biegt an der “Buhlwiese“ nach links in einen abschüssigen Wiesenweg in den Bereich zweier Quellbäche des Wingertbaches (4) ab.                                                              

Insbesondere im Frühling kann die „Bärlauchschlucht“ (5) als für unsere Region einmalig bezeichnet werden.

Nun geht es vor der Ortslage rechts steil aufwärts mit einem ständigen Blick in die Schlucht dem weiteren Quellbach des Wingertbaches / ehemalige Mühle. (6)

Am Ende dieser Passage verläuft der Weg links durch ein kleines Tal bis man am Ende auf den Staffelweg kommt. Jetzt rechts weiter bergauf bis zur ersten Windkraftanlage. Nun ist der höchste Punkt der Wanderung erreicht. Das offene Gelände bietet einen herrlichen Blick über des mittlere Glantal und seine Berge. Info Landesforsten / Mammutbäume (IV).

Links abwärts gelangt man nun in die zweigeteilte „Gölschbachschlucht“,

ehemalige Wasserversogung (7) und am Landschaftsweiher vorbei in Richtung Ortsmitte zurück zum Ausgangspunkt in der Ortsmitte.

 

Bärlauch

Der Bärlauch zählt zur Pflanzengattung Allium, ist verwandt mit Zwiebel, Schnittlauch, Knoblauch und gehört zu den ca. 700 Arten dieser Gattung.

 

Verwendung in der Küche
Der Bärlauch ist als Gemüse-, Gewürz- und Heilpflanze komplett essbar. Wenn man ihn nicht im eigenen Garten hat und auf Wildsammlung angewiesen ist, sollte man ein paar Dinge beherzigen:

Die Bärlauch Blätter können mit den giftigen Blättern der Maiglöckchen und der hochgiftigen Herbstzeitlosen verwechselt werden. Diese riechen jedoch nicht nach Knoblauch, und die Blätter sind nicht gestielt.



Flyer des 7 Schluchtenpfades